LERNEN MIT DEN PRÜFUNGSPROFIS

LERNEN MIT DEN PRÜFUNGSPROFIS

Steuerberater

Steuerberaterprüfung (vgl. § 37 StBerG)

Prüfungsaufbau
Die Steuerberaterprüfung setzt sich aus einem schriftlichen Teil mit drei regelmäßig sechsstündigen Aufsichtsarbeiten, die an drei aufeinander folgenden Werktagen zu fertigen sind und einer mündlichen Prüfung zusammen. Die schriftliche Prüfung findet in der Regel in der ersten vollen Woche im Oktober statt. Die mündliche Prüfung findet als Gruppenprüfung zwischen Dezember des Prüfungsjahres und März des Folgejahres statt. Sie besteht aus einem Kurzvortrag und sechs Prüfungsabschnitten. Dabei soll die auf jeden Bewerber entfallende Prüfungszeit 90 Minuten nicht überschreiten.

Der Zeitpunkt der Durchführung des schriftlichen Teils der Prüfung, die Prüfungsaufgaben der Aufsichtsarbeiten, die Bearbeitungszeit und die zum schriftlichen Teil der Prüfung zugelassenen Hilfsmittel sollen von den für die Finanzverwaltung zuständigen obersten Finanzbehörden der Länder bundeseinheitlich bestimmt werden. (siehe Verweis Hilfsmittel).

Prüfungsgebiete

  • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht,
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  • Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer,
  • Verbrauch- und Verkehrsteuern, Grundzüge des Zollrechts,
  • Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Gemeinschaft,
  • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,
  • Volkswirtschaft,
  • Berufsrecht.

Nicht erforderlich ist, dass sämtliche Gebiete Gegenstand der Prüfung sind.

Üblicherweise hat der erste Prüfungstag der schriftlichen Prüfung "Verfahrensrecht und andere Rechtsgebiete" zum Inhalt, dies sind im wesentlichen AO/FGO, Umsatzsteuerrecht sowie Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer. Am zweiten Tag werden "Steuern vom Einkommen und Ertrag", also Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer behandelt. Der dritte Tag steht unter dem Thema "Buchführung und Bilanzwesen". Aufgaben zu Umwandlungssteuer können in der zweiten oder der dritten Klausur gestellt werden.

Sie werden zur mündlichen Prüfung geladen, wenn die Gesamtnote für die schriftliche Prüfung die Zahl 4,5 nicht übersteigt.

Die mündliche Prüfung besteht aus einem Kurzvortrag und sechs weiteren Prüfungsabschnitten, für die jeweils ein Mitglied des Prüfungsausschusses während der mündlichen Prüfung verantwortlich ist.
 Die sechs Prüfungsabschnitte stammen aus den o.g. Prüfungsgebieten.

Der Kurzvortrag und jeder Prüfungsabschnitt werden gesondert bewertet und fließen zu gleichen Teilen in die Gesamtnotenfestsetzung des Prüfungsausschusses ein.


Die Prüfung ist bestanden, wenn die durch zwei geteilte Summe aus den Gesamtnoten für die schriftliche und mündliche Prüfung die Zahl 4,15 nicht überschreitet, d.h. schriftliche und mündliche Prüfung fliessen zu gleichen Teilen in die Gesamtnote ein.

Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden.

Verkürzte Prüfung für Wirtschaftsprüfer (vgl. § 37a StBerG)
Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie Bewerber, die die Prüfung als Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer bestanden haben, können auf Antrag die Steuerberaterprüfung in verkürzter Form ablegen. Dabei entfallen die oben genannten Prüfungsgebiete "Handelsrecht ...", "Betriebswirtschaft ..." sowie "Volkswirtschaft". Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen Teil aus zwei Aufsichtsarbeiten und eine mündliche Prüfung.